Nicht im Trend, aber zielgruppengerecht

Warum das eigentlich ein Artikel zu den Trends 2019 werden sollte und es dann doch ein Appell geworden ist, sich darauf zu konzentrieren, was die Zielgruppe des eigenen Verlags oder Unternehmens wirklich braucht, anstatt einfach nur Trends hinterher zu rennen.

Ein Blick auf die Technologien, die das Jahr 2019 bestimmen sollen: KI, Machine Learning, Chat- und andere Robots. Sprachassistenten, IoT, Contentinsights, Smart Spaces und klar, Blockchain im Journalismus – kaum einer versteht es so richtig, klingt aber mächtig innovativ und darf deshalb auf keiner Liste für angehende Projekte in 2019 fehlen.
Sicher, werden alle diese Themen zukünftig relevant sein, teilweise sie sind es jetzt schon und werden es vermutlich – Achtung gewagte These! – auch in 2020, 2021 und 2022 noch sein. Denn letztendlich ist es das, was die Nutzer bereits gewohnt sind oder in einer perfektionierten Version auch in Zukunft nutzen werden.

Ein Grund warum diese Technologien zum Einsatz kommen, ist, weil sie das Leben einfacher und bequemer machen: sofort zugängliche Informationen, Daten und Produkte, zum Beispiel durch mobile und voice first. Denn alle lesen auf ihren Smartphones, bezahlen über ihre Smartphones, halten Beziehungen zu Freunden über ihre Smartphones aufrecht, lernen mithilfe der Smartphones und lassen sich von diesen unterhalten. Und wenn das Smartphone mal für ein paar Minuten beiseitegelegt wird, sitzen alle vor Monitoren und Tablets oder reden mit kleinen, knubbeligen Lautsprechern, die intelligent und ein bisschen vorlaut sind. Es geht hier längst nicht mehr um digital oder nicht, dass ist die Realität, das ist Alltag, das ist Leben. Deshalb sollten wir uns überlegen, wie wir leben wollen und womit.

Was für einen persönlich gilt, gilt auch für die Leser und Kunden. Welche Inhalte, Geräte und Services brauchen sie wirklich? Mit welcher Motivation lesen die Kunden bestimmte Inhalte oder nehmen einen Service in Anspruch? Denn alle diese Technologien sind nur dann für den einzelnen Verlag oder für ein Unternehmen sinnvoll, wenn die Leser und Kunden diese auch nutzen. Inspiration hin oder her.
Der Trend in 2019 lautet daher: Höre deinen Kunden zu und richte den Fokus auf Technologien und Lösungen, die es dir ermöglichen, mehr über die Zielgruppe zu erfahren, diese gezielt zu erreichen und sich mit ihnen auszutauschen.

Trends als Inspiration, die Zielgruppe als Fixpunkt

Die jahrelange Erfahrung mit Kunden aus dem Verlagsbereich, aus der Unternehmens- sowie Vereinskommunikation und Agenturen zeigt, dass die Inhalte im Mittelpunkt stehen. Die digitale Aufbereitung von Inhalten in einer eigenen App, auf der Website, für Social Media oder einem Alexa Skill ist nur der erste Schritt Der zweite ist eben eine gezielte Analyse, das Hinterfragen der eigenen Zielgruppe und eine Strategie, um den Content gezielt auszuspielen, zu bewerben und gegebenenfalls auch inhaltlich anzupassen. Letztendlich mit dem Ziel, nicht trendy zu sein, sondern erfolgreich – digital und damit auch im „echten Leben“.

Trends und neue Technologien sind eine gute Inspiration, man sollte ihnen allerdings nicht einfach hinterherlaufen. Schaue dir neue Technologien an, mache dir ein Bild von den Möglichkeiten und entscheide dann bewusst, was für deine Zielgruppe geeignet ist. Schließlich kennst du deine Leser und Kunden am besten.

Zum Schluss noch ein Beispiel: Ein Special-Interest-Verlag mit einer Zeitschrift zum Thema Zierfisch-Haltung – gar nicht so eine spitze Zielgruppe, wie man denkt –, würde es bestimmt nützlich finden, einen Artikel mit Tipps über die schnelle Reinigung des Aquariums genau dann direkt auf das Smartphone zu bekommen, wenn das eigene Aquarium tatsächlich schmutzig ist. Das würde gehen, wenn zum Beispiel die Pumpe des Aquariums dem eigenen Smartphone die Information übermittelt „Das Aquarium ist dreckig“. So viel zu den Trendthemen Internet of Things und smarte Assistenten.
Weniger aufwendig, aber trotzdem effektiv, ist eine Aufbereitung der Reinigungstipps als Video, das mit passender Verschlagwortung in der eigenen App oder auf der Website zur Verfügung steht oder als gut verständliche Anleitung für den eigenen Alexa Skill. Das ist auch zielgruppengerecht und vor allem leichter umzusetzen.

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