SoVD – Digitale Vereinskommunikation

Ein digitales Füreinander und Miteinander

Kommunikation ist ein Schlüssel, um die Interessen der Mitglieder zu vertreten und diese teilhaben zu lassen. Für den Sozialverband Deutschland e.V. bedeutet das nicht nur die Verzahnung verschiedener Kanäle und Medien für eine breitflächige Streuung von Informationen, sondern auch Inhalte auf individuelle Bedürfnisse der Mitglieder und Leser anzupassen.
Veronica Sina, Abteilungsleiterin der Redaktion beim Sozialverband, hat mit uns über die Digitalisierung der Verbandsarbeit und Mitgliederbindung gesprochen.


PressMatrix: Der SoVD feierte 2017 das 100-jährige Bestehen, erst einmal Glückwunsch dazu! Wie hat sich die Arbeit des SoVD in den letzten 20 Jahren entwickelt?

Veronica Sina: Die Entwicklung des SoVD von der Kriegsopfervertretung hin zu einem modernen Sozialverband ist uns trotz wechselvoller Zeitgeschichte gut gelungen. Unsere Hilfe ist so gefragt wie eh und je. Die Aufgaben selbst haben sich dabei nicht wesentlich verändert. Wir sind heute moderner, vielleicht auch professioneller. Bei allen strukturellen Veränderungen sind es jedoch immer noch die Menschen, die für den SoVD im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen. Miteinander und Füreinander, das ist es, was den SoVD ausmacht.

PMX: Heute erreichen Sie Ihre Mitglieder und Interessierte über viele verschiedene Kanäle. Inwieweit beeinflusst das die Arbeit und die Bekanntheit des SovD?

VS: Die Kommunikation in Verbänden ist immer wichtiger geworden, um die Interessen von Mitgliedern zufriedenzustellen, sie aus Überzeugung heraus zu binden, und auch, um neue Zielgruppen zu erschließen. Unerlässlich ist hierfür eine sinnvolle Ergänzung und Verzahnung der verschiedenen Kanäle, gerade vor dem Hintergrund der immer komplexer werdenden Medien. Egal, ob Verbandszeitschrift, Online-Magazin, Web-TV, Social Media, Newsletter oder Broschüren – entscheidend ist, mit dem jeweilig geeigneten Kanal alle Zielgruppen zu erreichen. Digitale Medien unterstützen uns in dieser wichtigen Arbeit, zum Beispiel bei der Zentralisierung von Beratung und Information. Die Digitalisierung spielt auch in der Presse-, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit eine wesentliche Rolle und wird für den Verband insgesamt immer wichtiger.

PMX: Haben Sie den Eindruck, dass durch Ihre Arbeit in den digitalen Medien eine stärkere Sensibilisierung für Themen wie Inklusion, Chancengleichheit oder Altersarmut stattfindet?

VS: Information bedeutet Teilhabe. Eine barrierearme und übersichtliche Website ist dafür unverzichtbar. Aber das reicht nicht immer aus. So bieten wir unser Online-Magazin seit Jahren auch in einer Hörversion an. Das Hörbuch erscheint im Daisy-Format, das sehbehinderten und blinden Menschen eine komfortable Navigation innerhalb der Texte ermöglicht. Die Ausgaben des Hörbuches stehen jeweils wenige Tage nach Veröffentlichung des Online-Magazins auf der SoVD-Homepage zum Download bereit. Mit der Hörversion, die es bereits seit 2014 gibt, möchten wir den berechtigten Ansprüchen von Menschen mit Behinderung besser entsprechen. Ein entsprechender Vertrag besteht mit atz-Hörmedien für Sehbehinderte und Blinde in Holzminden, die für uns das Magazin mit viel Fachkompetenz einliest.

Auch weitere Beispiele unserer Verbandsarbeit zeigen, wie Digitalisierung genutzt werden kann, um die Serviceangebote für unsere Mitglieder zu erweitern. So hat der SoVD zum Jahresende ein neues Angebot ins Netz gestellt, mithilfe dessen schnell und unkompliziert das persönliche Altersarmutsrisiko eingeschätzt werden kann. Nach einem kurzen Frage-Antwort-Dialog erhalten Nutzerinnen und Nutzer individuelle Information zu ihrer aktuellen Situation und eine erste Orientierung, ob sie in Zukunft von Altersarmut betroffen sein könnten. Zusätzlich stellt der SoVD Lösungsansätze vor, um Altersarmut wirkungsvoll vorzubeugen und zu bekämpfen. Damit will der Verband helfen, einer verbreiteten Zukunftsangst zu begegnen, über das Thema informieren und zum Kampf gegen Altersarmut beitragen. Der kostenlose Online-Selbsttest auf der SoVD-Plattform check.sovd ist hierzu ein bestens geeignetes Medium.

Egal, ob Verbandszeitschrift, Online-Magazin, Web-TV, Social Media, Newsletter oder Broschüren – entscheidend ist, mit dem jeweilig geeigneten Kanal alle Zielgruppen zu erreichen.

PMX: Seit 2016 bieten Sie das „SoVD-Magazin“ in einer eigenen App an. Was waren die Auslöser und Beweggründe für eine mobile Lösung?

VS: Nach wie vor spielt unsere gedruckte Zeitung, die in einer Auflage von monatlich über 400 000 Exemplaren erscheint, eine zentrale Rolle bei der Mitgliederbindung. Sie ist ein Instrument, was unsere Mitglieder ohne ihr Zutun zu Hause erhalten. Immer mehr Mitglieder nutzen gleichzeitig mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets. Wo es früher vielleicht Berührungsängste gab, stellen viele fest, dass Tablets in ihrer Benutzerfreundlichkeit auf die Bedürfnisse der reiferen Generation zugeschnitten sein können. Insofern war es uns ein Anliegen, das Online-Magazin auch als App zur Verfügung zu stellen. Mithilfe moderner und breit gefächerter Kommunikation in Print und Online erreicht der SoVD einen größtmöglichen Kreis an Personen und verschafft seinen Anliegen so mehr Gehör und Aufmerksamkeit.

PMX: Warum haben Sie sich für eine Umsetzung mit PressMatrix entschieden?

VS: Die Anwendung PressMatrix bietet uns vielfältige Möglichkeiten, die auf unsere Erfordernisse zugeschnittenen Optionen zu realisieren. Zunächst garantiert uns die Anwendung als App eine optimale Darstellung auf allen Betriebssystemen (Android, iOS oder Windows), die sich ebenso an PC wie an Mac anpasst. Das SoVD-Magazin lässt sich anhand der Widgets unkompliziert um Videos, Fotogalerien, Panoramabilder, Audiodateien und andere Social Media-Inhalte erweitern. So können wir unseren Mitgliedern Fotos von Großereignissen, Pressekonferenzen und Aktionen, die aus Platzgründen nicht in der Printausgabe berücksichtigt werden können, als Fotogalerie zur Verfügung stellen. Es können aktive Links zu anderen Websites, zu Facebook, YouTube sowie zu anderen Publikationen, wie etwa zu SoVD-Stellungnahmen oder zu Broschüren gesetzt werden. Das trägt zur Lebendigkeit des Mediums bei und überlässt Leserinnen und Lesern die Wahl, ob sie ein Thema vertiefen und sich weiterklicken möchten. Das waren – neben weiteren – für uns gute Argumente, die App auszuprobieren.
Ebenso wichtig: Es können jederzeit Aktualisierungen im Magazin vorgenommen werden, die Nutzerinnen und Nutzern als „push“-Nachrichten angezeigt werden. Das ist hilfreich, wenn sich zum Beispiel kurzfristig ein Datum ändert oder „nach Andruck“ noch eine wichtige Meldung mitgenommen werden muss. Selbstverständlich werden wir eine entsprechende Evaluierung vor dem Hintergrund unserer besonderen Anforderungen an die Ausgaben vornehmen. Davon hängt dann die weitere Vorgehensweise ab.

Die SovD-App von PressMatrix für iOS, Android, Amazon und im Web. Wie die App funktioniert erklärt der Verband direkt in diesem Video.

PMX: Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit den Apps gemacht? Konnten Sie zum Beispiel neue Leser oder Abonnenten gewinnen?

VS: Noch ist es zu früh, hierüber eine hinreichende und sichere Aussage zu machen. Feststellen können wir jedoch, dass wir in nur wenigen Monaten über 130 000 Zugriffe auf die Browser-Client-basierte Version hatten. Gleichzeitig wächst die Zahl der App-Nutzerinnen und -Nutzer von Monat zu Monat. Aktuell sind wir bei knapp 6000. Das ist für einen Verband, bei dem das Durchschnittsalter der Mitglieder bei 60+ liegt, eine bemerkenswerte Entwicklung in einer doch relativ kurzen Zeitspanne. Außerdem erreichen uns Monat für Monat viele begeisterte Zuschriften oder Mails nach dem Motto: „Endlich. Weiter so!“

PMX: Was sagen Ihre Mitglieder und Kunden zu Ihrer Magazin-App?

VS: Gerade im Jubiläumsjahr boten sich zahlreiche Möglichkeiten, die Zusatzfunktionen der App optimal zu nutzen, sodass unsere Mitglieder davon profitieren und stärker am Verbandsgeschehen teilhaben konnten. Anlässlich des Festaktes am 23. Mai zum 100-jährigen Gründungsjubiläum, bei dem die Bundeskanzlerin in Anwesenheit vieler Ehrengäste und verdienter Ehrenamtler die Festrede hielt, wurden Hunderte Fotos aufgenommen. Diese hätten wir in unserer Printausgabe unmöglich berücksichtigen können. So legten wir zahlreiche Galerien in der App an. Gleiches gilt für den vierten SoVD-Inklusionslauf auf dem Tempelhofer Feld im August oder das zweitägige Jubiläumsfest rund um die Bundesgeschäftsstelle an der Jannowitzbrücke in Berlin, das über 2000 Menschen mit uns feierten. Dank der Zusatzfunktionen der App konnten wir Filme, Fotos und Redebeiträge in Ton und Bild festhalten und die Atmosphäre der Großereignisse adäquat wiedergeben.

Feststellen können wir jedoch, dass wir in nur wenigen Monaten über 130 000 Zugriffe auf die Browser-Client-basierte Version hatten.

PMX: Das „SoVD-Magazin“ ist eine digitale Ergänzung zu Ihrem Mitgliedermagazin „Soziales im Blick“. Planen Sie zukünftig dieses sowie weitere Magazine und Broschüren zu aktuellen Themen in der App zu veröffentlichen?

VS: Wie bereits betont, ist in der Verbandskommunikation eine sinnvolle Ergänzung und Verzahnung der verschiedenen Kanäle zwingend. Dabei ist es uns wichtig, auch Abteilungsübergreifend eng vernetzt und Hand in Hand zu arbeiten. Schon jetzt binden wir beispielsweise neu erscheinende Broschüren in die App mit ein. Auch Bewegtbilder sind ein Format, das sich bestens integrieren lässt, da insbesondere das Videoformat sich rasch verbreitet und dazu geeignet ist, komplexe Zusammenhänge einfach zu erklären. Umgekehrt werden Inhalte der SoVD-Zeitung und des SoVD-Magazins in die von der Öffentlichkeitsarbeit genutzten prominenten Social Media-Plattformen Facebook, YouTube und Twitter integriert.

PMX: Aus dem Nähkästchen: Ehrenamtliches Engagement ist ein wichtiger Bestandteil des SoVD. Sind oder waren Sie selbst schon ehrenamtlich tätig?

VS: Ich unterstütze im Rahmen mehrerer Hilfsprojekte benachteiligte Kinder.

PMX: Vielen Dank für das Interview!

Veronica Sina leitet seit 2009 die Abteilung Redaktion im SoVD-Bundesverband in Berlin. Zuvor war sie als Gerichtsreporterin und Redakteurin im Überregionalen für die Aachener Zeitung tätig.  Als freie Mitarbeiterin arbeitete sie außerdem u.a. bei der NRZ, beim Deutschlandfunk sowie  für verschiedene Nachrichtenportale.



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In unserem Blog stellen wir regelmäßig Best Cases vor und sprechen mit Vertretern aus der Medien- und Unternehmenswelt über Herangehensweisen, Probleme und die Umsetzung eigener Digital Publishing-Projekte.

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